Fokus oder Diversifikation im Networkmarketing

In diesem Artikel geht es um eine simple Frage: Sollte man sich nur auf ein Network konzentrieren oder macht es mehr Sinn sich mehrere Standbeine aufzubauen? Warum sich bei dieser Frage die Geister scheiden und warum es wichtig ist, wen man dazu fragt, darum geht es in diesem Beitrag. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen begeben wir uns auf eine kleine Reise durch die Grundprinzipien des Networkmarketing.

Grundlegendes zum Networkmarketing

Ich habe vor Kurzem von einem Leader eines Networks eine sehr schöne Definition von Networkmarketing gehört, ich versuche sie hier in meinen Worten wieder zu geben.


Beim Networkmarketing handelt es sich um ein Netzwerk aus Verbrauchern die Produkte, welche sie selbst nutzen, weiterempfehlen und dafür Provision erhalten.

In dieser Aussage steckt sehr viel Information auf die ich gerne an dieser Stelle im Detail eingehen möchte. Grundgedanke ist, dass wir Produkte selbst nutzen und diese aufgrund unserer eigenen Erfahrungen und unserer positiven Überzeugung weiterempfehlen. Das wir dafür Provision erhalten ist zunächst mal kein Problem unter dem Aspekt der persönlichen Überzeugung vom Produkt. Zum Problem wird das ganze erst dann, wenn es keine Rolle mehr spielt welches Produkt wir verkaufen, sondern wenn es nur noch um die Provisionen geht. Somit komme ich an dieser stelle zur ersten Frage die sich jeder Networker persönlich und ehrlich stellen muss:

Bin ich wirklich vom Unternehmen und vom Produkt das ich da verkaufe bzw. empfehle überzeugt oder verkaufe ich es nur weil ich hohe Provisionen erhalte?

Beantworten Sie sich die Frage bitte ehrlich, die Antwort auf diese Frage führt uns zum nächsten Themengebiet hinter der Frage Diversifikation JA oder NEIN?

Ich kann doch von mehreren Produkten überzeugt sein, wo ist das Problem?

Ausgehend von der These, dass es im Networkmarketing um den Vertrieb von Produkten geht hinter denen ich 100% stehe, kann ich dann nicht auch mehrere Produkte empfehlen? Aus meiner Sicht ist das problemlos möglich. Dennoch, warum versuchen manche Leader uns von der Idee eines exklusiven Vertriebs und von der Idee des Focus zu überzeugen? Auch dieser Standpunkt hat seine Berechtigung auf den ich nun eingehe:

Wie bereits in meinem Artikel So gewinne ich Partner beschrieben wird man als Sponsor nur durch Expertise und sehr gute Teambetreuung erfolgreich. Stellen Sie sich folgende Situation vor, Sie kommen auf eine Veranstaltung und jemand fragt Sie: „Was machen Sie beruflich?“. Wenn Sie beispielsweise GetMyAds anpreisen möchten, sagen Sie so was wie „ich arbeite in der Marketingbranche“ und erklären das Konzept von GetMyAds.

Ein weiteres Beispiel um das Dilemma zu verdeutlichen, wenn Sie z.B. Nahrungsergänzungsmittel vermitteln sagen Sie „Ich arbeite in der Gesundheitsbranche“. Was wenn Sie jedoch beides vertreiben? Das würde sich dann ungefähr so anhören: „Ich arbeite im Bereich Onlinemarketing und in der Gesundheitsbranche“. Auf was wollen Sie nun im weiteren Gesprächsverlauf den Fokus setzen? Wo legen Sie Ihre persönlichen Schwerpunkte? Um so mehr Netzwerke Sie betreuen, desto mehr Probleme bekommen Sie in Ihrer Kommunikation.

Ich persönlich habe das Problem zunächst dadurch lösen wollen, dass ich je nach Einschätzung meines Gegenübers nur von einem Business erzählte. Das ging im Einzelgespräch sehr gut, auf einer Veranstaltung stand jedoch irgendwann der Gesprächspartner von vor 10 Minuten plötzlich neben mir und schloß sich dem Gespräch an…schwierige Situation. In solchen Momenten werden Sie unglaubwürdig. Letztendlich musste ich mich für eine radikalere Strategie entscheiden: Je Veranstaltung nur ein Thema.

Ein weiteres Problem ist, die Leader (Ihre Upline) der jeweiligen Systeme sehen zum Einen Ihren Fokus in Gefahr und zum Anderen erschwertes Teammanagement. Wenn Sie in zu vielen unterschiedlichen Netzwerken Teams betreuen kann es schon mal passieren, dass man ein Team vernachlässigt. Je nach Netzwerk und Frequenz der Updates ist es auf Dauer auch sehr schwer nebenberuflich auf dem neusten Stand zu bleiben. Hauptberufliche Networker können aufgrund der verfügbaren Zeit und entsprechender Tools natürlich einfacher Themen verfolgen und aufbereiten.

Synergien nutzen, aber mit Bedacht!

Es gibt natürlich auch ein paar Vorteile die durch das Bewerben und Nutzen unterschiedlicher Produkte entstehen. Prüfen Sie Ihre unterschiedlichen Systeme auf mögliche Synergien. Wenn Sie in einem Netzwerk Werbung verkaufen und selbst einkaufen, könnten Sie dieser Werbung nicht beispielsweise auch zum Vertrieb Ihrer Nahrungsergänzungsmittel nutzen? Nutzen Sie diese Synergien aber vorsichtig, nicht in jedem System sind andere MLM Systeme erlaubt bzw. erwünscht.

Was zum Beispiel nur begrenzt geht ist das Bewerben von anderen Systemen in entsprechenden Corporate Facebook Gruppen. In einer PromYcom Facebook Gruppe Werbung für GetMyAds zu machen oder für Evo-Binary zu werben ist einfach ein no go. Stellen Sie sich vor tausende von Mitgliedern würden täglich Links anderer Systeme posten. Erstens ist das keine Art neue Partner zu gewinnen, zweitens würde die Gruppe in kürzester Zeit unbrauchbar.

Risiko streuen

Je nach Systemen ist es dringend notwenig eine Art Portfoliomanagement einzurichten. Gerade im Bereich Revshare ist große Vorsicht geboten. Leider verabschieden sich manche Systeme nach einer gewissen Zeit auch wieder vom Markt. Gründe dafür sind vielseitig und vielschichtig. Manchmal ist es das Management, ein Softwarefehler oder schlicht und ergreifend von Anfang an Betrug. Wenn Sie ein dauerhaftes Einkommen auf Basis solcher Systeme anstreben, dann müssen Sie in jedem Fall einen Teil Ihrer Erträge und Ihres Geldes in unterschiedliche Systeme einsetzen.

Wenn Sie in 5 unterschiedlichen Revshare Unternehmen aktiv sind und bei 3 von 5 Ihr Geld wieder raus haben und etwas verdienen, wäre ein Totalverlust im fünften System gegebenenfalls zu vernachlässigen. Je nach Verteilung können sogar 2 von 5 Systemen dicht machen und Sie gehen noch immer mit einem Gewinn raus. Ich möchte den Teufel nicht an die Wand mahlen, aber diese Art von Risiko haben Sie auch als klassischer Unternehmer. Auf Dauer muss jeder Unternehmer sein Unternehmen auf Risikostreuung und Diversifikation untersuchen. Ein Unternehmen das beispielsweise nur zwei große Kunden hat und nur von Einkünften dieser Kunden lebt geht ebenso ein hohes Risiko ein.

Ich sage immer, Einkünfte eines gesunden Unternehmens setzen sich aus „Aktiveinkommen“, „Passiveinkommen“ und „Einkommen aus Kapitalerträgen“ zusammen. Für das „Aktiveinkommen“ arbeiten wir täglich, das „Passiveinkommen“ erzeugen wir durch Synergien und Partner und das „Einkommen aus Kapitalerträgen“ sind Beteiligungen.

Je nach Branche macht genau diese Art von professionellem Umgang mit Geld und der Risikobetrachtung den Unterschied zwischen den Gewinnern und den Verlierern.

Fazit:

Je Riskanter oder kurzlebiger das Business ist macht es Sinn, sein Risiko sauber zu verteilen. Da es aber nirgends 100% Sicherheit gibt sollte man sich immer nach Synergien umschauen. Prüfen Sie welche Möglichkeiten es gibt Ihre bestehenden Netzwerke miteinander zu verbinden, verlieren Sie aber nie den Fokus auf Ihr Hauptbusiness. Gehen Sie mit sich selbst ehrlich ins Gericht wenn es um die Auswahl der Produkte geht die Sie vertreiben. Wenn Sie noch Anregungen zum Artikel haben oder der Meinung sind ich habe etwas wichtiges vergessen, bitte ich Sie gerne um Kommentare. Vielen Dank für Ihre Zeit!

Zum Autor dieses Beitrags:

Alexander Weipprecht ist geschäftsführender Gesellschafter der Provimedia GmbH und Speicherzentrum GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung berät er seit mehr als 10 Jahren führende Unternehmen rund um die Themen Onlinemarketing, Suchmaschinenoptimierung und Softwareentwicklung.

Über Redaktion 86 Artikel
Ich bin geschäftsführender Gesellschafter der Provimedia GmbH und Speicherzentrum GmbH. Als gelernter Fachinformatiker für Anwendungsentwicklung berate ich seit mehr als 8 Jahren führende Unternehmen rund um die Themen Onlinemarketing und Softwareentwicklung. Meine aktuellen Schwerpunkte liegen im Networkmarketing und in der Entwicklung meiner Unternehmen.

2 Kommentare

  1. Ich stelle fest, die Diversifikationsbereitschaft des Autors weitet sich aus. 😉 Gehen wir von der Tatsache aus, dass ich – als Networker – ein Portfolio mit 5 verschiedenen Firmen halte und selbstverständlich hinter allen empfohlenen Produkten stehe. Wie mache ich nun meinem neuen Gegenüber verständlich klar, wie network marketing funktioniert? Sind Neukunden nicht damit überfordert, mehrere „tolle“ Angebote (auch in zeitlichen Abständen) von ein und dem selben Menschen zu erhalten? Mache ich mich selbst dann nicht unglaubwürdig? Jeder ganz normale Arbeitnehmer hat EINE Arbeitsstelle und EINEN Arbeitgeber – eventuell noch einen zweiten im Nebenjob. Das ist Fakt! Und dann kommen die „superschlauen Internetexperten“ und erzählen dir gleich von 4 oder 5 tollen Verdienstmöglichkeiten? Das kann m.E. nicht funktionieren … soviel zur Diversifikation …

  2. Hallo UtChen,
    man macht sich nur unglaubwürdig, wenn man 5 Produkt-Network betreibt und hat dabei auch das Problem, dass man sich bei 5 Network-Unternehmen mit monatlichen Abnahmen schwer tun wird. Bei RevShare oder anderen – ich nenne diese Ertrags-Network, weil ich mich nur am Unternehmen beteilige, ist Diversifikation ein muss und das versteht auch jeder.

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